Lern, gut zu dir selbst zu sein
In einer Welt, die von Leistungsdruck, Vergleichen und ständiger Erreichbarkeit geprägt ist, fällt es vielen Menschen schwer, sich selbst wertzuschätzen. Selbstzweifel, Unsicherheiten und das Gefühl, nicht gut genug zu sein, sind weit verbreitet. Fehlt die Selbstliebe, wirkt sich das nicht nur auf die Stimmung aus, sondern auch auf das gesamte psychische Wohlbefinden. Umso wichtiger ist es, bewusst innezuhalten und den eigenen Umgang mit sich selbst zu reflektieren.
Was bedeutet Selbstliebe?
Selbstliebe bedeutet nicht, sich selbst für perfekt zu halten oder egoistisch zu handeln. Vielmehr geht es darum, sich selbst mit Respekt, Verständnis und Mitgefühl zu begegnen – auch an schwierigen Tagen. Dazu gehört, die eigenen Stärken zu kennen und Schwächen anzunehmen, ohne sich dafür abzuwerten. Diese innere Haltung wirkt stabilisierend und hilft dabei, besser mit Herausforderungen umzugehen.
Wie erkennt man fehlende Selbstliebe?
Schon in der Kindheit lernen wir, wie wertvoll wir sind – vor allem durch unsere Eltern. Wer damals viel Lob, Unterstützung und sichere Bindung erlebt hat, entwickelt leichter Selbstliebe. Fehlt das, können Selbstzweifel und ein geringer Selbstwert entstehen. Auch später können Stress, Vergleiche, Leistungsdruck oder negative Erfahrungen das Gefühl von «Ich bin nicht genug» verstärken. Wenn es an Selbstliebe fehlt, merkt man das oft so:
- Man kümmert sich kaum um sich selbst und gönnt sich keine Pausen
- Man opfert sich für andere auf, sagt nie «Nein» oder will es allen recht machen
- Man zieht sich zurück oder hat Angst vor Nähe
- Erfolge sieht man kaum, Fehler werden übertrieben bewertet
- Perfektionismus und ständiger Leistungsdruck bestimmen den Alltag
Fehlende Selbstliebe kann Stress, Ängste oder sogar Depressionen begünstigen. Wichtig ist jedoch, dieses Fehlen nicht als Schwäche zu sehen, da es oft das Ergebnis früher Erfahrungen ist. Und das Gute ist, dass Selbstliebe Schritt für Schritt erlernbar ist, indem man lernt freundlicher zu sich selbst zu sein.
Warum Selbstliebe für das Wohlbefinden entscheidend ist?
Ein positives Selbstbild beeinflusst unsere Gedanken, Gefühle und unser Verhalten. Wer sich selbst akzeptiert, erlebt weniger inneren Druck und ist emotional widerstandsfähiger. Selbstliebe hilft dabei:
- Stress besser zu regulieren
- Mit Kritik konstruktiver umzugehen
- Gesunde Grenzen zu setzen und emotionale Erschöpfung zu vermeiden
Fehlt diese innere Basis, entsteht oft ein ständiger Kampf mit sich selbst, der von Selbstzweifeln, Perfektionismus oder dem Gefühl, nie genug zu sein, begleitet wird.
Social Media als Vergleichsfalle für den Selbstwert
Soziale Medien sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Gleichzeitig haben sie einen starken Einfluss auf unser Selbstbild. In Feeds sehen wir meist nur ausgewählte, bearbeitete und perfekte Momente anderer Menschen. Ihre Körper, ihr Leben und ihre Erfolge wirken makellos, während Probleme unsichtbar bleiben. Der ständige Vergleich mit diesen Idealen kann dazu führen, dass wir uns selbst schlechter wahrnehmen. Likes und Kommentare werden unbewusst zum Massstab für den eigenen Wert. Besonders problematisch ist dabei, dass unser Gehirn diese Vergleiche oft automatisch vornimmt, selbst dann, wenn wir rational wissen, dass Social Media nicht die Realität zeigt.
Tipps & Tricks für einen gesunden Umgang mit Social Media
Ein bewusster Umgang mit Social Media kann dein Selbstwertgefühl spürbar stärken.
Praktische Tipps:
- Vergleiche erkennen: Wenn du dich nach dem Scrollen schlechter fühlst, ist das ein wichtiges Warnsignal
- Gestalte deinen Feed bewusst: Folge Accounts, die inspirieren, ehrlich sind und Vielfalt zeigen
- Unfollow ohne schlechtes Gewissen: Inhalte, die Druck machen, dürfen gehen
- Binde Offline-Zeiten ein: Schon kurze Social-Media-Pausen stärken den Kontakt zu dir selbst
- Erinnerungen setzen: Beachte, das Gezeigte ist ein Ausschnitt und kein vollständiges Leben
Wie du Selbstliebe im Alltag stärken kannst
Selbstliebe wächst durch kleine, regelmässige Schritte. Es geht nicht um grosse Veränderungen, sondern um bewusste Entscheidungen im Alltag.
Acht einfache Tipps für mehr Selbstliebe:
- Sprich freundlicher mit dir selbst.
- Achte auf deine inneren Gedanken. Ersetze harte Selbstkritik durch verständnisvolle Worte.
- Akzeptiere deine Unvollkommenheit: Niemand ist immer stark, motiviert oder gut gelaunt, und das ist völlig in Ordnung.
- Setze Grenzen: Nein zu sagen ist ein Akt der Selbstfürsorge, kein Zeichen von Schwäche.
- Vergleiche dich weniger: Dein Weg ist einzigartig. Was für andere funktioniert, muss nicht zu dir passen.
- Kümmere dich um deine Bedürfnisse: Schlaf, Ruhe, Bewegung und Freude sind keine Nebensache.
- Sei geduldig mit dir: Veränderung braucht Zeit. Rückschritte gehören zum Prozess.
- Erkenne deine Stärken: Schreibe dir regelmässig auf, was du gut kannst.
- Hol dir Unterstützung: Mit jemandem zu sprechen, kann entlasten und neue Perspektiven eröffnen.
Selbstliebe ist ein Prozess, kein Ziel
Selbstliebe bedeutet nicht, sich jeden Tag grossartig zu fühlen. Sie bedeutet, auch an schwierigen Tagen liebevoll mit sich selbst umzugehen. Wer lernt, sich selbst anzunehmen, schafft eine stabile Basis für psychische Gesundheit, gesunde Beziehungen und mehr Lebensfreude. Gerade in einer Welt voller Vergleiche ist Selbstliebe eine der wertvollsten Fähigkeiten, die wir entwickeln können.
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Referenzen
aha – Jugendinfo Vorarlberg. (o. J.). Social Media ohne Stress. https://aha.or.at/social-media-ohne-stress
BARMER. (o. J.). Selbstliebe: Sechs Übungen für jeden Tag. https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/familie/partnerschaft/selbstliebe-1130188
benefitIMPACT. (o. J.). Digital Detox: Wie man digitalen Stress reduziert und vermeidet. https://benefitimpact.ch/portfolio-item/digital-detox-wie-man-digitalen-stress-reduziert-und-vermeidet/
King, V. (2020). Good Vibes, Good Life: Wie Selbstliebe dein größtes Potenzial entfaltet. Rowohlt Verlag.
Kraft, N. (2023, 14. Dezember). Selbstliebe verstehen und erlernen. DAK-Gesundheit. https://www.dak.de/dak/gesundheit/koerper-seele/persoenliche-entwicklung/selbstliebe-verstehen-und-erlernen_13622
Spectrum. (o. J.). Selbstliebe: Sprich zu dir selbst wie zu jemandem, den du liebst!. https://www.spektrum.de/
Vogler, J. (2016). Sie können sich mal gern haben!: Sich selbst lieben lernen. GABAL Verlag GmbH.