Sportstudie Schweiz 2020

Wie sportlich sind wir?

Seit Jahren wächst die Begeisterung für Bewegung, Sport und Fitness in der Schweiz. Gemäss der neusten Sportstudie des Bundesamtes für Sport (BASPO) gehört die Schweiz zu den sportlichsten Ländern Europas. Was heisst das konkret?

Die wichtigsten Fakten zur Sportnation Schweiz aus der Sportstudie 2020:

Allgemeines zur Entwicklung der Sportaktivität

  • Die Schweiz befindet sich auf dem dritten Platz der sportlichsten Länder Europas. Nur in Finnland und Schweden ist der Anteil an sportlich inaktiven Personen tiefer als bei uns.
  • 75 Prozent der in der Schweiz wohnhaften Personen treiben mindestens einmal pro Woche Sport. Damit liegt die Schweiz in Europa erstmals auf Platz eins, gefolgt von Finnland (69%) und Schweden (68%).
  • Die Zahl der Nichtsportler/innen ist seit 2014 markant zurückgegangen, von 26 auf 16 Prozent. In der französischen und in der italienischen Schweiz treiben 21 Prozent nie Sport, während sich in der Deutschschweiz lediglich 14 Prozent als Nichtsportler/innen bezeichnen.
  • Nicht nur bei der Sportaktivität, sondern auch beim Bewegungsverhalten wird sichtbar, dass die Schweizer Bevölkerung seit 2014 körperlich aktiver geworden ist. Rund 80 Prozent der in der Schweiz wohnhaften Personen im Alter ab 15 Jahren erfüllen die aktuellen Bewegungsempfehlungen. Es zeigt sich ein klarer Zusammenhang zwischen Sport- und Bewegungsaktivität. Wer viel Sport treibt, erfüllt mit hoher Wahrscheinlichkeit die allgemeinen Bewegungsempfehlungen. Dennoch lässt sich sagen: Auch ohne Sport kann man die Bewegungsempfehlungen erfüllen - Sporttreiben allein garantiert jedoch noch kein bewegtes Leben.

 

«Je mehr körperliche Aktivität und Bewegung aus dem Alltag verschwindet, desto wichtiger wird regelmässiges Sporttreiben.» (Sportstudie Schweiz 2020)


Frauen haben Männer eingeholt

  • Männer und Frauen treiben heute praktisch gleich viel Sport.
  • Frauen treiben deutlich mehr und öfters Sport als vor 20 Jahren. So gab es im Jahr 2000 noch vergleichbar viele Frauen, die sich mit 1 bis 2 Stunden Sport pro Woche begnügten. Heute, 20 Jahre später, ist es auch bei Frauen üblich, mehrmals die Sportschuhe zu schnüren und drei oder mehr Stunden pro Woche körperlich aktiv zu sein.
  • Frauen im Alter ab 45 Jahren sind besonders sportbegeistert geworden.

Der Seniorensport boomt

  • Starker Anstieg der Sportaktivität von Personen in der zweiten Lebenshälfte.

Sporttreiben für die Gesundheit

  • 68 Prozent treibt Sport für die Gesundheit. Weitere Motive fürs Sporttreiben sind: Fitness (60%), Freude an Bewegung (50%) und draussen in der Natur sein (55%).
  • Auch Entspannung (38%) und Stressabbau (29%) sind wichtige Beweggründe fürs Sporttreiben in der Schweiz.
  • 91 Prozent der über 64-Jährigen gaben an, dass Sport ihnen helfe, im Alltag mobil zu bleiben. Mit Sport ihre Denkfähigkeit zu erhalten, ist das Ziel von 57 Prozent dieser Altersgruppe.
  • Gesundheit/Fitness sowie die Freude an der Bewegung sind, unabhängig vom Alter und Geschlecht, die häufigsten Motive fürs Sporttreiben.

Polysportaktivität der Schweizer Bevölkerung

  • Im Durchschnitt übt eine Person 4.5 verschiedene Sportarten aus. Rund 63 Prozent der Sporttreibenden gibt zwischen 2 und 5 Sportarten an, bei 2 Prozent sind es mehr als 10 Sportarten.
  • Besonders beliebt sind Wandern (56.9%), Radfahren (42%), Schwimmen (38.6%), Skifahren (34.9%) und Jogging/Laufen (27%). Dieser sogenannte «helvetische Fünfkampf» führt seit 20 Jahren die Liste der beliebtesten Sportarten an.
  • Wandern, Yoga und Krafttraining boomen.
  • Auffallend ist, dass die Mehrheit der Sportarten heute mehr Aktive zählt, als im Jahr 2014, hingegen ist die Häufigkeit der Ausübung gesunken. Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass heute mehr Sportarten parallel nebeneinander betrieben werden und dadurch für die einzelnen Sportarten weniger Zeit zur Verfügung steht.
  • Wandern begeistert sowohl die jüngere als auch die ältere Generation und gehört bei beiden Geschlechtern zu den am häufigsten ausgeübten Sportarten.

Gründe fürs Nichtsporttreiben

  • Der häufigste Grund für sportliche Inaktivität ist Zeitmangel.
  • Häufiger als vor sechs Jahren werden fehlendes Interesse und keine Lust am Sport zusammen mit einer hohen Arbeitsbelastung und gesundheitlichen Gründen genannt.
  • 70 Prozent der Nichtsportler/innen haben früher Sport getrieben, ein Drittel würde gerne wieder mit Sport beginnen.

Sport in der Natur am beliebtesten

  • Am häufigsten werden Sportmöglichkeiten in der Natur genutzt. In der freien Natur braucht es eine Sportinfrastruktur wie: Wanderwege, signalisierte Velorouten, Vita-Parcours, Bergbahnen/Skilifte, usw., welche häufig genutzt werden.
  • 29 Prozent der Schweizer Bevölkerung treibt mindestens 1x pro Woche zu Hause Sport.

Flexibilität beim Sporttreiben

  • Das Bedürfnis vieler sportlich aktiven Personen in der Schweiz, ihre Sportstunden flexibel wählen zu können, ist hoch.
  • 46 Prozent der Schweizer Bevölkerung bevorzugt den Abend fürs Sporttreiben, gefolgt vom Morgen (26%) und Nachmittag (26%).
  • Knapp die Hälfte der Schweizer Bevölkerung treibt Sport ohne Mitgliedschaft in einem Verein oder Fitnesscenter.
  • Rund 22 Prozent sind Aktivmitglied in einem Sportverein.
  • 14 Prozent besitzen eine Mitgliedschaft in einem Fitnesscenter und 5 Prozent der Bevölkerung sind sowohl im Sportverein als auch im Fitnesscenter aktiv.
  • Seit 2014 hat der Anteil freier Sportler und Sportlerinnen in der Schweiz, die weder im Fitnesscenter noch im Verein organisiert sind, deutlich zugenommen.

 

«Die überwältigende Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist der Meinung, Sport sei gesund, Sport sei eine sinnvolle Freizeitaktivität und Sport spiele eine wichtige Rolle bei der Erziehung und Sozialisation der Kinder und Jugendlichen.» (Sportstudie Schweiz 2020)

 

Die Studie «Sport Schweiz 2020» für die Zielgruppe Erwachsene wurde erstmals mit der Mixed-Mode-Erhebung durchgeführt. Dabei stand den Studienteilnehmenden frei, ob sie wie in früheren Jahren mittels eines computergestützten Telefoninterviews (CATI) oder neu über einen Online-Selbstausfüller (computergestütztes Web-Interview, CAWI) an der Studie teilnehmen wollen. Im Zeitraum von März bis August 2019 wurden insgesamt 12'120 in der Schweiz wohnhafte Personen (51% Frauen) im Alter von 15 bis 75+ Jahren befragt. Davon haben 17 Prozent eine ausländische Nationalität und weitere 14 Prozent sind Schweizer Doppelbürger*innen. Aus dem Kanton Zug nahmen insgesamt 777 Personen an der Studie teil. Sobald wir die kantonsspezifischen Studienergebnisse haben, werden wir darüber berichten. Weitere Informationen zur Erhebungsmethodik kannst du im letzten Kapitel der Publikation vom BASPO nachlesen.

Sportstudie Schweiz 2020 (Pdf)