Solidarität, das Gebot der Stunde

Nachbarschaftshilfe - Gemeinsam gegen Corona!

Die Italienerinnen und Italiener singen gemeinsam von ihren Balkonen. Die Schweizerinnen und Schweizer klatschen zum Ausdruck ihrer Dankbarkeit für das Spitalpersonal und die Apotheker und Apothekerinnen. Seit dem Lockdown wurde die Schweiz von einer riesigen Solidaritätswelle erfasst.

Älteren und geschwächten Menschen wird zurzeit vom Bundesrat ausdrücklich geraten, das Haus und die Wohnung möglichst nicht mehr zu verlassen. Sie sind deshalb auf Unterstützung angewiesen. Viele haben darauf reagiert und in den letzten Wochen wurden zahlreiche kreative und unkomplizierte Initiativen gestartet. Die Menschen unterstützen sich gegenseitig und viele helfen wo sie nur können.

Nicht nur die besonders gefährdeten Personen, welche zuhause bleiben sollten, benötigen Unterstützung, auch erwerbstätige Eltern, die nicht im Home-Office arbeiten können, brauchen jemanden, der ihre Kinder betreut. Um solche Probleme im Kanton Zug zu lösen, koordiniert die Zentrale Koordinationsstelle für Nachbarschaftshilfe alle, die Hilfe suchen oder anbieten möchten. Sie ist eine Kooperation aller Zuger Gemeinden im Auftrag der Sozialvorsteherinnen- und Sozialvorsteher-Konferenz der Zugerischen Gemeinden (Sovoko) und mit Unterstützung zahlreicher sozialer Institutionen und Organisationen.

Bist du wohnhaft im Kanton Zug und auf der Suche nach Unterstützung? Oder hast du gerade Zeit und möchtest deine Hilfe anbieten? Dann kannst du dich über das Kontaktformular direkt bei der zentralen Koordinationsstellen melden. Die zentrale Koordinationsstelle ist auch telefonisch unter 041/ 723 89 60 (Montag bis Freitag, 08:00 - 17:00 Uhr) zu erreichen.

Es gibt noch viele weitere Plattformen auf denen Freiwillige ihre Hilfe offerieren und Personen, die Unterstützung benötigen, Hilfe annehmen können. Wir haben dir hier weitere Möglichkeiten für Nachbarschaftshilfen zusammengestellt. Solltest du jemandem deine Hilfe anbieten, oder selbst Hilfe annehmen, achte bitte darauf, dass du die Hygiene- und Verhaltensanweisungen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) einhältst. Damit schützt du dich selbst und dein Gegenüber vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus.

Hilfe anbieten, annehmen und koordinieren:

App «Five-up»
Die kostenlose App «Five-up» vereint einfach und minimalistisch die wichtigsten Funktionen, um Unterstützung zu koordinieren und den Überblick zu haben. Über die App findest du Freiwillige, die sowohl für dich einkaufen als auch Botengänge übernehmen und noch vieles mehr. Sowohl freiwillige Helfer und Helferinnen als auch Personen, die Hilfe benötigen, können selber Angebote aufschalten und sich in geschlossenen Gruppen organisieren. Im Gegensatz zu Facebook und Co. siehst du bei «Five-up» direkt, wo noch Hilfe gebraucht wird und wo sich bereits Personen gemeldet haben, Unterstützung anzubieten. Dies erspart eine Menge unnötiger Kommunikation und Missverständnisse. Mehr zur App «Five-up» und zum Download findest du hier. Brauchst du Hilfe bei der Nutzung von «Five-up», dann helfen dir die Tipps und die Anleitung für den Gebrauch sicher weiter.

App «AMIGOS»
Gemeinsam mit Pro Senectute Schweiz hat die Migros die App «AMIGOS» wieder ins Leben gerufen. Hier finden sich Personen, die momentan nicht mehr selbst einkaufen gehen können und solche, die diese Aufgabe gerne übernehmen. Das Angebot richtet sich explizit an die besonders gefährdeten Menschen, also an ältere Personen, Personen mit Vorerkrankungen oder Personen, die sich momentan in Quarantäne oder Selbstisolation befinden. Jeder kann Helfer oder Helferin werden und eben diese Personen in der aktuellen Situation unterstützen. Lade die AMIGOS Bringer-App herunter und melde dich als Bringer an. Gehörst du zu den besonders gefährdeten Personen und brauchst du Hilfe? Dann lasse andere für dich einkaufen und werde jetzt Besteller.

Liebe-nachbarn.com
Da es viele ältere Personen gibt, die nicht in den sozialen Netzwerken unterwegs sind, ist es sinnvoll, Zettel anzubringen, auf denen man seine Hilfe anbietet. Eine Vorlage dafür findest du auf der Webseite «Liebe-Nachbarn». Die Vorlage kannst du ganz einfach personalisieren und sogar in verschiedene Sprachen übersetzen. Danach musst du sie nur noch ausdrucken und in deinem Wohnquartier, Treppenhaus, an Briefkästen oder anderen öffentlichen Orten aufhängen.

Swiss Volunteers
Die Nonprofit-Organisation Swiss Volunteers wurde eigentlich zur Unterstützung für Event-Organisatoren bei der Realisierung ihrer Events und Kulturanlässe ins Leben gerufen. Da viele solcher Anlässe aufgrund des Coronavirus abgesagt wurden, bieten die Freiwilligen ihre Hilfe jetzt konstenfrei für Sozial- und Gesundheitsorganisationen an.

«Hilf jetzt»
In sozialen Netzwerken wie Facebook und Whatsapp haben sich schon viele zusammengetan, um Hilfe-Gruppen zu bilden. Möchtest du dich einer solchen Gruppe anschliessen, dann findest du auf der Webseite «Hilf jetzt» eine praktische Übersicht, nach Postleitzahlen sortiert. Dasselbe gilt für alle, die Unterstützung suchen.

Telefonkette
Die Idee hinter den Telefonketten ist einfach und basiert auf dem aus der Schulzeit bekannten Klassenalarm: Einmal in der Woche rufen sich die Teilnehmenden einer Telefonkette reihum an. Sie erkundigen sich nach dem gegenseitigen Wohlbefinden und tauschen Neuigkeiten aus. In der aktuellen Situation können viele ältere Menschen ihre sozialen Kontakte und Beziehungen nicht mehr wie gewohnt pflegen. Sie sind angehalten zu Hause zu bleiben und sich an die Empfehlungen des BAG für besonders gefährdete Personen zu halten. Helfe mit und bringe Menschen in der Corona-Zeit über das Telefon zusammen. Jeder und jede kann eine Telefonkette ins Leben rufen. Bist du interessiert? Dann findest du hier weitere Informationen.

Hilfe im Gesundheitswesen
Auch Spitäler suchen Freiwillige mit oder ohne medizinischem Hintergrund. Beispielsweise die Hirslandengruppe hat am 20. März auf ihrem Facebook-Kanal ein Formular aufgeschaltet, mit dem sich Interessierte registrieren können. Informiere dich online über die Social-Media-Kanäle der jeweiligen Kliniken.

Gemeinsam gegen Corona!

Zeige deine Solidarität am 2. April 2020, dem Tag der Nachbarschaftshilfe!

Mit dem Tag der Nachbarschaftshilfe soll das bestehende Hilfsnetz erweitert und engmaschiger werden. Mehr als 1 Milion Haushalte sind früher oder später auf Unterstützung angewiesen. Es handelt sich dabei um Menschen, die sich aus Alters- oder Gesundheitsgründen besonders vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen müssen.

Mache mit beim Tag der Nachbarschaftshilfe!