Neue Kampagne zur Organspende

Sag es auf deine Art. Aber sag es.

Arztserien wie «Grey’s Anatomy», «Scrubs – Die Anfänger», «The Night Shift» oder «Atlanta Medical» sind beliebt. Vielen von uns sind sie bekannt, viele von uns schauen sie regelmässig und viele von uns tauschen sich gerne auch mal mit Freunden und Familie über die fiktiven Storys aus. Liebesbeziehungen mit einer Prise Drama sind feste Bestandteile der Serien, aber nicht nur. Fast genauso häufig geht es um Leben und Tod.

Während uns das Thema Sterben und Tod – die Vergänglichkeit des Lebens im Film und Fernsehen häufig begegnet und wir uns diesem auch bewusst aussetzen, sprechen viele von uns im Privaten nur sehr ungern darüber. Insbesondere in jungen Jahren, in denen das Älterwerden und die Vergänglichkeit des Körpers weniger präsent ist, sind auch die Themen Sterben und Tod häufig in weiter Ferne. Meist wird einem die Thematik erst richtig bewusst, wenn man durch eine schwere Krankheit oder den Verlust einer nahestehenden Person damit konfrontiert wird. Auch dann fällt es vielen schwer, darüber zu reden und sich mit der eigenen Vergänglichkeit auseinanderzusetzten.

Selbst über unseren Körper entscheiden – im Leben und darüber hinaus

Wir alle möchten unser Leben geniessen. Selbstbestimmung ist uns wichtig. Bereits Kinder möchten ab einem gewissen Alter selber bestimmen, welche Kleider sie tragen, mit welchen Menschen sie befreundet sein wollen oder welche Spiele sie spielen. Diese Selbstbestimmung zieht sich weiter durch unser Leben. Oder hat dir heute Morgen jemand gesagt, was du anziehen sollst? Wie wäre es für dich, wenn du nicht mehr selbst über dein Leben und deinen Körper bestimmen könntest?
Für die meisten von uns würde eine Einschränkung der Selbstbestimmung wohl in einer Abnahme der Lebenszufriedenheit resultieren. Wir möchten selber entscheiden können, wie wir unser Leben führen, unsere Zeit gestalten und was mit uns und unserem Körper passiert. Wir reden gerne darüber - über unsere Ziele und Pläne - und sind ab und an auch stolz auf uns, wie wir unser Leben selbstständig meistern und Krisen bewältigen.

Während wir selbstbestimmt durch den Tag schreiten und die Selbstbestimmung als unser Recht und Teil unserer Freiheit sehen, machen wir uns kaum Gedanken darüber, was nach dem Tod mit unserem Körper passiert. Einige mögen wohl sagen «ist mir egal, ich bin dann ja eh nicht mehr da». Das ist so. Nur weshalb sollen nach unserem Tod plötzlich andere Personen über uns entscheiden, während wir im Leben stets selbstbestimmt sein wollten? Wäre es nicht naheliegend, dass wir als selbstbestimmte Individuen entscheiden, was nach dem Tod mit unserem Körper geschieht?
Eigentlich schon, oder? Auch haben wir die Freiheit und das Recht, über unser Leben hinaus selbst zu bestimmen, was mit unserem Körper passiert. Nur nutzen dies viele nicht.

Organspende

Hast du schon mal darüber nachgedacht, ob du nach deinem Tod Organe, Zellen oder Gewebe spenden möchtest? Hast du mit deinen engsten Freunden und deiner Familie bereits über das Thema Organspende gesprochen?
Der Entscheid ist wichtig! Unabhängig davon, ob du dich für oder gegen eine Organspende entscheidest – wichtig ist, dass du für dich eine Entscheidung triffst und diese deiner Familie und deinen engsten Freunden mitteilst.

Über Organspende reden ist wichtig

Obschon der zweite Teil der Aussage «ist mir egal, ich bin dann ja sowieso nicht mehr da» stimmt - Familie und Freunde sind nach unserem Tod noch da.

Das Thema Organspende betrifft dich selbst und auch deine Angehörigen.

Stell dir vor, du hast gerade einen dir sehr nahestehenden Menschen verloren. Hast du diese Situation schon mal erlebt, kennst du vielleicht das Gefühl, dass die Welt in diesem Moment zusammenbricht oder wie man auch sagt «einem der Boden unter den Füssen weggezogen wird». In solchen Situationen stellt sich die Frage nach einer Organspende manchmal sehr plötzlich. Nun stell Dir vor, du müsstest in dieser Situation zusätzlich die Entscheidung für oder gegen eine Organspende fällen, kennst den Willen deines Liebsten/deiner Liebsten jedoch nicht. Bereits die Vorstellung löst beklemmende Gefühle aus.
Muss man sich in einer Trauersituation auch noch mit dieser schwierigen Frage der Organspende auseinandersetzten, kann dies sehr belastend sein. Über das Thema Organspende zu reden ist deshalb wichtig. Für uns selber und unsere Liebsten.

Weitere Informationen zum Thema: