Mairübe - Bloss ein Rüebli im Mai?

Mairübe

Hast du schon mal von der Mairübe gehört? Klingt wie ein normales Rüebli, welches im Mai geerntet wird. Doch hinter dem Namen steckt eine eigenständige Gemüsesorte. In diesem Beitrag möchten wir dir die Mairübe etwas näherbringen, das Geheimnis über ihren Namen lüften und zeigen, welches leckere Rezept mit ihr gekocht werden kann.

Was ist die Mairübe und woher stammt sie?

Die Mairübe oder auch Mairübchen oder Navette genannt, ist eine sehr alte Gemüsesorte. Sie wurde bereits in der Antike angebaut und galt damals als ein Hauptnahrungsmittel. Auch im Mittelalter spielte sie eine wichtige Rolle auf dem Speiseplan. Erst nach der Einführung der Kartoffel ist sie in Vergessenheit geraten. In den letzten Jahren hat sie wieder mehr Aufmerksamkeit erlangt und wird nun wieder als regionales und saisonales Gemüse geschätzt. Ähnlich wie auch die alten Gemüsesorten Pastinake und Topinambur. Die Mairübe gehört zu den Knollen- und Wurzelgemüsen und ist eine Form der Speiserübe. Meist ist sie weiss gefärbt und rundlich geformt. Eher selten gibt es sie auch walzenförmig und mit rötlichen (lila oder gelblichen Verfärbungen. Ihren Namen hat die Mairübe von ihrem Erntemonat erhalten. Sie wird im Frühjahr ausgesät und kann nach wenigen Wochen, meist im Mai, geerntet werden. Sie hat allerdings nicht nur im Monat Mai Saison, sondern ist zwischen April bis Ende Juni erntereif. Nebst der Mairübe gibt es auch die Herbstrübe. Dabei handelt es sich um eine Verwandte der Mairübe, es sind aber unterschiedliche Pflanzen. Wie der Name bereits verrät, wird die Herbstrübe im Herbst geerntet.

Wie schmeckt die Mairübe?

Von der Mairübe kann nicht nur die Knolle gegessen werden, sondern auch die Blätter. Du kannst die Knolle roh oder gekocht geniessen. Die Schale kannst du entweder entfernen oder mitessen. Meist schmeckt die Knolle mit der Schale etwas schärfer als ohne. Der Geschmack ähnelt dem eines Rettichs. Allerdings ist die Schärfe weniger ausgeprägt als bei einem Radieschen oder einem Rettich. Die Blätter kannst du wie Spinat zubereiten. Beispielsweise passen sie wunderbar in einen frischen Salat. Dir sind bei der Zubereitung und bei der Verwendung der ganzen Pflanze keine Grenzen gesetzt. Du kannst sie auch als Snack für Zwischendurch während deiner Arbeit geniessen.

Welche Inhaltsstoffe liefert sie?

Die Knolle der Mairübe liefert nebst Kohlenhydraten Eiweiss, Kalzium, Kalium, Eisen, Zink, Natrium und B-Vitamine. Zudem liefert die Knolle Senföle, welchen eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird. Die Öle sorgen auch für den leicht scharfen Geschmack. Die Blätter der Mairübe geben uns reichlich Vitamin C. Die Knolle und ihre Blätter sind also sehr gesund.

Haltbarkeit

Die Rübe schmeckt am besten, wenn sie nicht grösser als eine Kinderfaust ist. Die meisten weisen einen Durchmesser von fünf Zentimetern auf. Frisch schmeckt sie zudem sowieso am besten. Wenn du also die Möglichkeit hast, dann empfiehlt es sich, die Rübe direkt nach dem Kauf oder noch besser direkt nach der Ernte zu verzehren. Im Gemüsefach des Kühlschranks sind sie bis zu drei Wochen haltbar. In einem kühlem Raum (meist ein Keller) lassen sie sich sogar bis zu drei Monaten lagern. Wenn du sie noch länger haltbar machen möchtest, musst du sie einfrieren. Dafür müssen sie zuerst geschält, geschnitten, blanchiert und abgekühlt werden. So sollten sie bis zu zehn Monate haltbar sein.

Tipp: Mairüben lassen sich prima im Topf anpflanzen. Wenn du also keinen eigenen Garten besitzt, dafür aber etwas Platz auf deinem Balkon hast, kannst du sie ohne Probleme im Topf heranwachsen lassen. Sie sind sehr pflegeleicht. Im Topf erreichen sie meist nicht die gleiche Grösse wie draussen auf dem Feld – dies tut aber nichts zur Sache. Welcher Standort für deine Mairüben optimal ist und wie du sie aussäst, pflegst und erntest, kannst du hier nachlesen.

Rezeptidee

Wie bereits erwähnt, eignen sich Mairüben für viele Rezepte und Zubereitungsarten. Wir haben dir nachfolgend einen Salat ausgesucht, der wunderbar zum momentan warmen Wetter passt.

Mairüben-Salat
(Zutaten für vier Personen)

  • 4–5 Mairüben
  • 1/2 Bund Radieschen
  • 2 Kohlrabi
  • 1 Apfel, süss-säuerlich
  • 1 Handvoll Haselnüsse, gehackt
  • 4 EL weisser Balsamico
  • 2 EL Rapsöl
  • Milder Senf
  • Salz, Pfeffer, Curry, Petersilie

Zubereitung:

  1. Wasche das Gemüse als erstes gründlich. Schneide dann alles bis und mit dem Apfel in Scheiben oder Streifen. Alternativ kannst du auch eine Raffel verwenden.
  2. Die Salatsauce erhältst du, indem du den Balsamico, Rapsöl und Senf mischst und nach belieben mit Salz, Pfeffer, Curry und Peterli würzt.
  3. Zum Schluss wird alles in einer Schüssel miteinander gemischt und mit den Haselnüssen dekoriert.
  4. Die Blätter der Mairübe kannst du klein schneiden und ebenfalls unter den Salat mischen.

Eine warme Zubereitungsidee ist der Mairüben-Gratin. Du kannst hier nachlesen, wie du diesen zubereitest.

En Guete! :-)

 

Referenzen
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV. (o.D.). Mairübe. 5 am Tag. https://www.5amtag.ch/wissen/gemuese/mairube/?saison=5&lokalitaet=0
Paul, S., Geng, C. A., Yang, T. H., Yang, Y. P., & Chen, J. J. (2019). Phytochemical and health‐beneficial progress of turnip (Brassica rapa). Journal of food science, 84(1), 19-30. https://doi.org/10.1111/1750-3841.14417
Plantura. (o.D.). Mairübe: Anbau, Ernte & Zubereitung der Navette. Plantura Magazin. https://www.plantura.garden/gemuese/mairuebe/mairuebe-pflanzenportrait
Rösemeier-Buhmann, J. (o.D.). Warum du die Saison für Mairüben unbedingt ausnutzen solltest. Nachhaltigleben. https://www.nachhaltigleben.ch/food/feine-mairuebe-facts-zum-gesunden-fruehlingsgemuese-und-rezepte-4414
Verband Schweizer Gemüseproduzenten (o.D.). Mairübe. https://www.gemuese.ch/gemuesearten/mairuebe

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