Kommunikation trotz(t) Hygiene- und Schutzmasken in Zeiten von Covid-19

Schau mir in die Augen

Im Gegensatz zu anderen Ländern herrscht in der Schweiz keine allgemeine Maskenpflicht. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt aber in Situationen, in denen wir länger als 15 Minuten und näher als zwei Meter mit anderen Personen in Kontakt sind, Masken zu tragen.
Fährt man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wie Zug, Tram oder Bus, kann man oft keine zwei Meter Abstand zu den anderen Fahrgästen einhalten. Deshalb erklingt seit einigen Wochen in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Durchsage mit dem Hinweis, dass man, wenn man den Abstand zueinander nicht einhalten kann, zum Schutz der anderen Fahrgäste eine Maske tragen sollte.

Trägst du ab und an eine Hygiene- oder Schutzmaske? Wie fühlst du dich damit?

Ist es dir auch schon passiert, dass du jemanden angelächelt hast und dich über die fehlende Reaktion deines Gegenübers gewundert hast? Wenig später hast du dann irritiert festgestellt, dass die fehlende Reaktion deines Gegenübers nicht an dir gelegen hat, sondern ganz einfach daran, dass sie dein Lächeln hinter der Maske gar nicht sehen konnte.

Verändern Masken unsere Kommunikation? Wenn ja, wie?

Durch eine Hygiene- oder Schutzmaske wird die Hälfte unseres Gesichts bedeckt. Veränderungen des Gesichtsausdrucks, die sog. Mimik von anderen Personen können wir dadurch nicht mehr so einfach erkennen und deuten. Die fehlenden Informationen von Mund- und Nasenbewegungen wie zum Beispiel Lächeln oder Nasenrümpfen haben zur Folge, dass wir mehr Konzentration als üblich aufwenden müssen, um die Stimmungslage unseres Gegenübers deuten zu können. Ob jemand zum Beispiel wütend, traurig, glücklich oder überrascht ist, erkennen wir relativ schnell anhand seiner Mimik. Beschränkt sich der Gesichtsausdruck aufgrund des Maskentragens nur noch auf die Augen, haben wir mehr Schwierigkeiten beim Lesen von Emotionen und Stimmungen, wodurch häufiger Missverständnisse auftreten können.
Ob Maskenträger*in oder Gesprächspartner*in, beide Personen müssen im Gespräch achtsam sein und lernen, wie man seine Gefühle und Emotionen mit verdeckter Mund- und Nasenpartie übermittelt und wie man bei anderen Personen Gefühle, über den Ausdruck der Augen und Bewegungen der Augenbrauen, erkennt und deutet.

Mit Maske oder ohne - Kommunikation ist nicht immer einfach. In unserer Rubrik «Kommunikation» findest du viele nützliche Gesprächstipps, um erfolgreich und sicher zu kommunizieren. Zusätzlich haben wir dir hier einige Tricks und Tipps, im speziellen für Gespräche mit Hygiene- und Schutzmasken, zusammengestellt.

Kommunikation mit Hygienemasken - Tipps und Tricks

  • Lerne dich selbst mit Maske kennen. Zieh dir eine Hygiene- oder Schutzmaske an und stell dich zu Hause vor einen Spiegel. Probiere nun verschiedene Gesichtsausdrücke aus und beobachte dich dabei im Spiegel. Was siehst du? Erkennst du anhand deines Spiegelbildes, ob du glücklich, überrascht oder traurig bist? Diese Erfahrung zeigt dir, was andere Personen sehen, wenn du eine Maske trägst während du mit ihnen sprichst.
  • Spiel vor dem Spiegel mit deiner Mimik. Ist es eventuell nützlich, dass du deine Augen etwas mehr zusammenkneifst als üblich, damit dein Gegenüber dein Lächeln besser erkennen kann, wenn du eine Maske trägst?
  • Achte dich im Gespräch mit einer Person, die eine Maske trägt, bewusst auf die Augen und die Bewegungen der Augenbrauen. Diese übermitteln bereits sehr viele Informationen.
  • Verlasse dich trotzdem nicht zu stark auf deine Mimik und diejenige der Anderen. Frag bei Unsicherheiten lieber nochmals nach. Da diese Art der Kommunikation für die meisten von uns Neuland ist, kannst du zu Beginn eines Gesprächs offen sagen, dass das Sprechen mit Mundschutz für dich noch ungewohnt ist und es dir nicht immer leichtfällt.
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