Erbse: Klein, grün, rund und gesund!

Erbse

Klein, grün und rund. So stellen wir uns ein Erbsli vor. Jedoch ist das nicht die einzige Erbse, die es gibt und nicht jede «Erbse» sieht so aus. Die Erbse ist sogar ein richtiger Filmstar. Im Märchen «Die Prinzessin auf der Erbse» hat sie sich eine entscheidende Rolle ergattert. Auch in Redewendungen hat sie Verwendung gefunden. Allerdings wird sie bei beiden Auftritten in kein gutes Licht gerückt. Während sie im Märchen dafür verwendet wird, einen übermässig empfindlichen Menschen zu beschreiben, drückt sie in der Redewendung «etwas an der Erbse haben» aus, dass jemand nicht recht bei Verstand ist. In diesem Beitrag möchten wir der Erbse die Möglichkeit bieten, sich von einer anderen Seite zu zeigen. Wir beleuchten ihre Herkunft, gehen auf die gesundheitlichen Effekte der kleinen Kugel ein und zeigen auf, welche wichtige Rolle sie in der Genetik-Forschung gespielt hat.

Von wo kommt die Erbse?

Wenn wir in diesem Beitrag von der Erbse oder dem Erbsli sprechen, dann meinen wir die klassische Gartenerbse – klein, grün und rund, so wie die meisten von uns sie kennen. Die Erbse zählt zu den ältesten Nutzpflanzen unter den Hülsenfrüchten überhaupt. Sie stammt sehr wahrscheinlich aus dem Vorderen Orient und wurde circa 7000 Jahre vor Christus angebaut. Spätestens seit dem 19. Jahrhundert ist sie auch auf unseren Tellern zu finden. Wie du dir wahrscheinlich denken kannst, gibt es nicht nur eine Erbsensorte. In der Tat gibt es nebst der klassischen Gartenerbse rund 80 verschiedene Sorten (Knackerbsen, Palerbsen, Markerbsen, usw.) und unzählige Bezeichnungen. Das bedeutet, dass eine einzige Erbsensorte auch unter verschiedenen Namen bekannt sein kann. Ein Beispiel hierfür ist die Zuckererbse. Noch nie davon gehört? Was ist mit der Kefe? Dieser Begriff ist dir bekannt? Dann kennst du auch die Zuckererbse, denn Kefen sind nichts anderes. Die Kefe ist zudem auch noch unter den Namen Kaiserschoten oder Kiefelerbsen bekannt. Die Zuckererbse unterschiedet sich von der Erbse dahingehend, dass man nicht nur die Samen (Erbsen), sondern auch die Hülse (oder Schote) essen kann. Man nennt diese Eigenschaft «weichhülsig». Zudem lässt sie sich prima roh verzehren und eignet sich dadurch auch als Snack für Zwischendurch. Weitere Merkmale, anhand welcher sich die Erbsensorten unterscheiden, sind beispielsweise die Blütenfarbe der Pflanze (farbige Blüten ergeben Erbsen mit stärkerem Geschmack als weisse), die Form der Samen (runzlig vs. glatt), die Grösse der Samen oder auch die Länge der Hülse.

Die Erbsen haben in der Schweiz im Juni und im Juli Saison. Tiefgekühlt sind sie jedoch das ganze Jahr erhältlich. Wenn du noch frische Erbsen aus der Schweiz geniessen möchtest, ist jetzt der Zeitpunkt sie im Laden oder auf dem Markt zu kaufen.

Sind Erbsli gesund?

Erbsen sind für ihren hohen Anteil an Proteinen (Eiweiss) bekannt. Auf 100 Gramm liefern sie stolze 5.6 Gramm Protein. Zudem sind sie reich an Kohlenhydraten und Nahrungsfasern und enthalten nur sehr wenig Fett. Hinzu kommen die Vitamine A und C sowie Calcium, Magnesium, Eisen, Natrium, Mangan und Zink. Da steckt ganz schön viel drin in dieser kleinen Kugel. Nährstofftechnisch sind Erbsen also sehr gesund und ein hochwertiger, pflanzlicher Eiweisslieferant. Wie sieht es mit weiteren Effekten auf unsere Gesundheit aus? Das Erbsenprotein gilt im Vergleich zum Sojaprotein als hypoallergen. Das bedeutet, dass Personen äusserst selten allergisch auf Erbseneiweiss reagieren. Zudem haben Studien gezeigt, dass Erbsen gesundheitliche Vorteile mit sich bringen. So können sie eine blutdrucksenkende und cholesterinsenkende Wirkung haben. Sie können also in einer ausgewogenen Ernährung dazu beitragen, dass das Risiko für nichtübertragbare Erkrankungen (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen) gesenkt wird. Ebenfalls zeigen Erbsen einen positiven Effekt auf unsere Darmbakterien.

Nicht nur für unsere Gesundheit können Erbsen Gutes tun. Nebst ihren gesundheitsförderlichen Inhaltsstoffen hat die Erbse in der Erforschung der Genetik eine wichtige Rolle gespielt.

Von wegen klein und bedeutungslos

Die Erbse gehört nebst der Maispflanze zu den meist untersuchten Pflanzenarten überhaupt. Dies verdankt die Pflanze besonders dem Naturforscher Gregor Johann Mendel. Was hat dieser Herr mit den Erbsen gemacht? Er beschäftigte sich mit der Frage, wie bestimmte Merkmale von Pflanze zu Pflanze weitervererbt werden und nutzte die Erbsen als Versuchsobjekte. In diesem Zusammenhang züchtete er Tausende von Erbsenpflanzen und vollzog mehr als 10'000 Kreuzungsversuche. Anhand dieser Experimente gelangte er zu drei Vererbungsregeln, die heute als die Mendelschen Regeln bekannt sind. Zu seiner Zeit (im 19.Jh.) stiess Mendel lediglich auf Unverständnis. Seine Leistung wurde erst Jahre nach seinem Tod anerkannt. Heute gilt er als Vater der Genetik.
Erbsen haben nicht nur in der Genetik-Forschung eine essentielle Rolle gespielt, sondern sind auch heute in der Lebensmittelindustrie sehr interessant. Dabei wird besonders dem Erbsenprotein vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. Das Protein der Erbsen eignet sich nämlich sehr gut als Fleischersatz und findet immer mehr Verwendung bei Ersatzprodukten.

Verzehr und Haltbarkeit

Nicht alle Erbsensorten sollten roh gegessen werden. Die Zuckererbse (Kefe) kann, wie du weisst, roh und mitsamt Hülse verzehrt werden. Die Gartenerbse hingegen darf nicht roh konsumiert werden. Die enthaltenen Giftstoffe werden erst beim Erwärmen zerstört. Auch wenn du einen Salat daraus zaubern möchtest, musst du sie also im Voraus kurz kochen. Geschmacklich sind Erbsen von mild, wenig süsslich bis süss und kräftig erhältlich. Wie du weisst, hängt dies unter anderem von der Blütenfarbe der Erbsenpflanze ab. Frische Erbsen solltest du möglichst schnell konsumieren. Das Aufbewahren im Kühlschrank ist für zwei bis drei Tage möglich. Damit sie länger halten, kannst du sie einfrieren. So sind sie über einige Monate haltbar. Wie friert man Erbsen ein? Blanchiere sie kurz in kochendem Wasser, schrecke sie unter kaltem Wasser ab und fülle sie anschliessend in Gefrierbeutel ein. Schon sind sie bereit für den Tiefkühler.

Du weisst nicht recht, wie du Erbsen in ein feines Menu verwandelst? Nachfolgend haben wir dir zwei leckere Rezepte, passend zum Sommer, herausgesucht.

Rezeptvorschläge

Erbsen-Gazpacho

Zutaten für vier Personen

  • 300g Erbsen (wenn du sie noch in den Schoten kaufst, benötigst du ca. 1kg)
  • 1 Frühlingszwiebel
  • ½ grüner Peperoncino
  • ½ Salatgurke
  • 2 EL Kräuteressig
  • 1 TL Rohzucker
  • ½ TL Salz
  • 3 dl kalte Gemüsebouillon
  • 2 EL Olivenöl

Zubereitung

  1. Koche die Erbsen in Salzwasser ca. 3 Minuten bissfest. Giesse sie anschliessend ab und lass sie abtrocknen.
  2. Hacke den Peperoncino und die Frühlingszwiebel. Schäle, halbiere, entkerne und schneide die Gurke in kleine Stücke.
  3. Mische die Erbsen, Gurkenstückchen, Zwiebel und Peperoncino mit dem Essig, Zucker und Salz. Lass diese Mischung nun ca. 30 Minuten ziehen und rühre von Zeit zu Zeit um.
  4. Gib die Gemüsebouillon zur Mischung hinzu und püriere alles möglichst fein. Wenn die Suppe zu dick ist, kannst du sie mit etwas mehr Bouillon verdünnen. Schmecke die Suppe mit dem Olivenöl und Salz ab und stelle sie für rund 30 Minuten kühl. Wenn du möchtest, kannst du die Suppe beim Servieren mit Eiswürfeln und weiteren Erbsen (gekocht) verzieren.

[Quelle]

Erbsensalat

Zutaten für vier Personen

  • 500g Erbsen (frisch oder tiefgekühlt)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 150g Räuchertofu
  • 3 EL Öl
  • 2 EL Essig
  • 1 EL Senf
  • Frische Minze
  • 2–3 EL Kerne (Kürbis- oder Sonnenblumenkerne)
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

  1. Koche die Erbsen 3-4 Minuten in Salzwasser und giesse sie anschliessend ab.
  2. Schäle und schneide die Zwiebel und den Knoblauch in kleine Stücke.
  3. Würfle den Räuchertofu und brate ihn mit etwas Öl (1 EL) in der Pfanne an bis er knusprig ist.
  4. Mische das restliche Öl mit dem Essig und Senf.
  5. Wasche einige Minze-Blätter und zerkleinere sie. Einige Blätter kannst du ganz lassen, um sie beim Servieren als Dekoration zu verwenden.
  6. Mische die Erbsen, die Zwiebel, den Knoblauch, den Räuchertofu und die Marinade (Öl, Essig, Senf). Füge ebenfalls die Kerne und die zerkleinerte Minze hinzu und schmecke den Salat mit Pfeffer und Salz ab. Lass den Salat mindestens 30 Minuten ziehen.

[Quelle]


Viel Vergnügen beim Ausprobieren und en Guete!

 

 

 

Referenzen
BR Wissen. (2018, 05. September). Gregor Mendel, das Erben und die Erbsen. https://www.br.de/wissen/geschichte/historische-persoenlichkeiten/gregor-mendel-vererbung-mendel-genetik-100.html
Duden. (2008). Redewendungen. Wörterbuch der deutschen Idiomatik (3. Auflage). Bibliographisches Institut & FA Brockhaus AG.
Ge, J., Sun, C. X., Corke, H., Gul, K., Gan, R. Y., & Fang, Y. (2020). The health benefits, functional properties, modifications, and applications of pea (Pisum sativum L.) protein: Current status, challenges, and perspectives. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety, 19(4), 1835-1876. https://doi.org/10.1111/1541-4337.12573
Kappert, H. (1929). Die Erblichkeitsverhältnisse der züchterisch wichtigen Eigenschaften der Gartenerbse. Der Züchter, 1(3), 79-86. https://doi.org/10.1007/BF01812559
Schmidt, V. (2021, 25. Mai). Erbse. Mein schöner Garten. https://www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/gemuse/erbse
Swissmilk. (o.D.). Erbsensorten? https://www.swissmilk.ch/de/rezepte-kochideen/tipps-tricks/erbsensorten/
Verband Schweizer Gemüseproduzenten. (o.D.) Erbsen. Schweizer Gemüse. https://www.gemuese.ch/gemuesearten/erbsen

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