Aussenräume – eine Quelle des Wohlbefindens

Aussenräume

Wann bist du das letzte Mal draussen spazieren gegangen? Gab es auf deinem Weg einen schönen Park zum Verweilen? Oder lockte dich eine Sitzbank mit Aussicht zur Verschnaufpause?

Aussenräume haben einen Einfluss auf dein Wohlbefinden. Nur schon, indem du nach draussen gehst und dich bewegst, tust du etwas Gutes für deine Gesundheit. Wenn dir gefällt, was du mit deinen Sinnen wahrnimmst, weckt dies positive Emotionen. Es ist jedoch nicht ganz so einfach, wissenschaftlich fundiert Faktoren und deren genaue Wirkungsweisen auf die Gesundheit zu benennen. Es gibt unterschiedliche Erkenntnisse, wie Umweltelemente den Menschen beeinflussen.

Mit diesem Beitrag wollen wir dir Informationen und eine Auswahl an Tipps geben, wie dir deine Wohn- und Arbeitsumgebung oder ein Ausflug an einen stimmungsvollen Ort zu einem gesunden Leben verhelfen. Und wie du selber zur Expertin oder zum Experten beim Aufspüren von deinen «Kraftorten» wirst.

Örtlichkeiten

Vielleicht hast du einen Lieblingsort, an dem du dich gerne aufhältst. Das kann draussen in deinem Wohnquartier sein, in einer Stadt, auf dem Land, in den Bergen, im Wald oder an einem See. Vermutlich gibt es so viele Lieblingsorte, wie es Menschen gibt.

Für viele Menschen führen begrünte Orte und Wasserflächen zu Erholung und Wohlbefinden. In unseren Siedlungen lässt sich oftmals nicht so viel Grün und Wasser finden. Zum Glück gibt es noch weitere Qualitätsaspekte, die zum Wohlbefinden beitragen können. Eine gute Atmosphäre, zum Beispiel durch unverwechselbare Architektur oder einen schönen Brunnen, setzt positive Gefühle frei. Das Angebot und die Anordnung von Elementen zum Sitzen, Spielen und generell eine Nutzungsvielfalt in Aussenräumen für Menschen jeden Alters wirken positiv. Wichtig ist, dass einladende Aufenthaltsbereiche zu Fuss oder mit dem Velo gut und sicher erreichbar sind und nicht von Verkehrslärm gestört werden. Auch wenn nicht immer alle Kriterien erfüllt sind, so gibt es sicher in deinem Quartier oder an deinem Arbeitsort einen Platz, den du im Alltag aufsuchen kannst für eine kurze «Atempause». Wir wünschen dir auf deiner Entdeckungstour viel Vergnügen.

Hast du Lust auf mehr und bist der Meinung, in deiner Wohnumgebung würde ein kleiner Garten oder eine Naturwiese guttun? Dann suche gleichgesinnte Nachbarn und Nachbarinnen. Du wirst sicherlich erfolgreich sein, denn zunehmend entstehen aus der Initiative von engagierten Menschen Orte mit «Urban Gardening» oder kleine Parks durch Baumpflanzaktionen. Hausverwaltungen oder auch die öffentliche Hand, an die solche Anliegen herangetragen werden, sind heutzutage viel offener, da mehr Grün auch der zunehmenden Hitzeentwicklung in Siedlungen entgegenwirkt.

Ein weiteres Freizeitprojekt könnte für dich sein, mit Hilfe des Internets nach Kraftorten in der Schweiz zu suchen und diese, verbunden mit einer Wanderung, zu besuchen. Die Versicherung CSS hat beispielsweise auf ihrer Homepage einige Orte zusammengetragen.

Körperliche Aktivität und Kontaktmöglichkeiten

Der Aufenthalt draussen ist mit Bewegung verbunden. Wenn wir uns zu Fuss auf den Weg machen oder das Velo nehmen, dann haben wir schon sehr viel für unsere Gesundheit, für Körper und Geist, getan. Es ist wissenschaftlich anerkannt und belegt, dass regelmässige Bewegung einen vielfältigen Nutzen hat und sich beispielsweise positiv auswirkt auf die Knochengesundheit, das Körpergewicht, die Denkfähigkeit, die Reduktion von chronischen Krankheiten sowie die Erhaltung funktioneller Fähigkeiten im Alter. Probiere es aus. Wie wäre es, bei der Fahrt mit dem öffentlichen Verkehr eine Haltestelle früher auszusteigen? Für den Weg ins nahegelegene Restaurant kannst du dein Auto in der Garage lassen und zu Fuss zu gehen. So hast du auf dem Nachhauseweg gleichzeitig noch einen Verdauungsspaziergang. Der Einkauf von Lebensmitteln kann mit einem Einkaufstrolley auch bequem zu Fuss erledigt werden.

Nebst Bewegung bietet der Aufenthalt draussen eine niederschwellige Möglichkeit, unter Menschen zu kommen. Mit etwas Glück triffst du die eine oder andere Person, die du kennst. Und vielleicht ergibt sich daraus ein angeregter Austausch, der dich glücklich macht. Wenn es beim Sehen, beispielsweise des fröhlichen Spiels von Kindern, bleibt, dann kann dies auch schon zu deinem Wohlbefinden beitragen.

Sinneswahrnehmungen

Unsere Sinne spielen eine wesentliche Rolle bei der Aneignung von Aussenräumen. Das Motiv nach draussen zu gehen kann so simpel sein wie zum Beispiel eine Besorgung erledigen zu müssen. Damit dafür nicht das Auto im Vordergrund steht, sondern ein Spaziergang oder eine Velotour daraus wird, sind weitere Anreize nötig. Du kennst das sicherlich, wenn du im Frühsommer an einem Lindenbaum vorbeigehst, riecht es sehr verführerisch. Unter einer Baumallee spürst du das Licht- und Schattenspiel auf deiner Haut. Liegt an deinem Weg ein Brunnen, hörst du ein beruhigendes Plätschern. Wenn du dir diese Sinneseindrücke bewusst machst, kann das ein richtiger Booster für dein Wohlbefinden sein. Wir wünschen dir viele sinnliche Entdeckungen auf deinen Wegen.

Aufgaben der Gesundheitsförderung des Kantons Zug

Im Rahmen unserer Aufgaben in der Gesundheitsförderung des Kantons Zug versuchen wir einen Beitrag zu leisten, damit attraktive Bewegungs- und Begegnungsräume entstehen. Darunter verstehen wir sichere Alltagswege für Menschen, die zu Fuss unterwegs sein möchten und für Velofahrende. Dazu gehört auch die Förderung des Angebots an generationenverbindenden Grünräumen oder attraktiven Pausenplätzen bei Schulen.

Fazit

Du hast gelernt, wie die Ausgestaltung der Örtlichkeiten, körperliche Aktivität, Kontaktmöglichkeiten und vielfältige Sinneseindrücke dein Wohlbefinden beeinflussen können. Bewegung, Achtsamkeit, Neugier, Begegnungen und bewusst das Schöne und Gute sehen steigern dein Wohlbefinden. Welchen Schritt, im übertragenen wie konkreten Sinne, möchtest du als erstes tun? Wähle dir etwas aus dem Gelesenen aus und beginne im Kleinen.

 

Referenzen:
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