Aprikose – die gesunde Sommerfrucht

Aprikose

Sommerzeit ist Aprikosenzeit!

Aprikosen (Prunus armeniaca L.) oder Marillen sind Steinfrüchte und gehören botanisch zur Familie der Rosengewächse. Im Aprikosenkern befindet sich ein mandelförmiger Samen, der, wenn man ihn zerstösst, ein Marzipan-Aroma entfaltet. Aber Vorsicht, der Kern kann giftig sein!

In bitteren Aprikosenkernen ist der Inhaltsstoff Amygdalin enthalten. Während dessen Verdauung wird im Körper Blausäure (Cyanid) freigesetzt. Grössere Mengen an Blausäure führen zu Vergiftungen, die schlimmstenfalls sogar tödlich sein können. Deshalb rät das Bundesamt für Gesundheit (BAG) davon ab, die bitteren Kerne zu essen. Gemäss dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung können bereits nach dem Verzehr von drei Aprikosenkernen Symptome wie Übelkeit oder Erbrechen auftreten. Unser Körper signalisiert also ziemlich schnell und klar, dass ihm die bitteren Kerne nicht bekommen. Also nicht ausprobieren und lieber das leckere Fruchtfleisch geniessen.

Alexander der Grosse und die Aprikosen

In Armenien, Nordchina und Indien soll es bereits in der Antike Aprikosen gegeben haben. Da in historischen Quellen alle drei Regionen auftauchen, ist sich die Wissenschaft bis heute uneinig, wo sich genau der Ursprung des Steinobstes befindet. Wie du dir als aufmerksame Leserin oder aufmerksamer Leser vielleicht bereits gedacht hast, gründet der botanische Name der Aprikose auf der Annahme, die Frucht stamme aus Armenien: Prunus armeniaca L. dort fanden Forschende nämlich etwa 4'000 Jahre alte Aprikosenkerne.

Was hat nun Alexander der Grosse mit der Aprikose zu tun? Ziemlich viel. Er ist nämlich mitverantwortlich, dass die Aprikose bei uns heimisch wurde. Angeblich brachte Alexander der Grosse im 4. Jahrhundert vor Christus die Aprikose in den Mittelmeerraum, wo sie von den Römern in Nordeuropa verbreitet wurde. Im 18. Jahrhundert machten die Spanier die Steinfrucht in Amerika bekannt. Heute findest du das grösste Anbaugebiet der Welt in der Türkei. Bei uns in der Schweiz liegt das Hauptanbaugebiet im Wallis.

Rotes Sonnenbäckchen

Der Aprikosenbaum wird bis zu sechs Meter hoch und sieht aus wie ein Strauch. Er gedeiht besonders gut auf sandigem Boden und bei hohen Temperaturen. Die rundliche Frucht ist vier bis acht Zentimeter gross und hat eine Naht. Diese verläuft vom Blütenende bis zum Stiel.

Die Haut und das Fruchtfleisch der Aprikose sind hellgelb bis orangerot. Bei reifen Früchten lässt sich das weiche Fruchtfleisch leicht vom Kern lösen. Die Seite der Frucht, die der Sonne zugewandt war, ist rötlich gefärbt. Deshalb spricht man vom roten Sonnenbäckchen der Aprikose. Aufgrund der feinen Härchen auf der Haut fühlt sich die Aprikose in der Hand weich und samtig an. Das Fruchtfleisch schmeckt zuckersüss bis süss-säuerlich.

Unter den Aprikosen gibt es eine grosse Sortenvielfalt mit Arten, welche zu verschiedenen Zeitpunkten reifen und sich in Farbe, Grösse, Konsistenz der Haut und im Geschmack unterscheiden. Bei uns heimische Aprikosen haben von Juni bis August Saison. Wenn du frische Aprikosen magst, dann solltest du in den kommenden Tagen also noch reichlich zulangen, bald gibt es sie nämlich nur noch aus dem Ausland oder im Gefrierfach zu haben.

Nährstoff-Bombe

In der kleinen gelb-orangen Frucht stecken reichlich Nährstoffe. So enthalten Aprikosen ausserordentlich viel Provitamin A (Carotin) sowie Vitamin B1, B2 und C. Auch Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Phosphor stecken in diesem kleinen Früchtchen. Zudem sind frische Aprikosen relativ kalorienarm. In 100 Gramm stecken lediglich 40 Kilokalorien, wohingegen die gleiche Menge getrockneter Früchte 241 Kilokalorien enthalten. Nichtsdestotrotz hat die getrocknete Variante ihre Vorteile, denn der Nährstoffgehalt ist fast fünfmal so hoch wie bei frischen Aprikosen, was beide Formen zu gesunden und leckeren Snacks macht.

Aprikosen bieten einige Vorteile für unsere Gesundheit. Beispielsweise beeinflussen Aprikosen mit ihren Nährstoffen unsere Haare und Nägel positiv. Weiter stärken sie das Immunsystem und kurbeln unseren Kreislauf an. Die in Aprikosen enthaltene Salicylsäure hat eine antibakterielle Wirkung und beeinflusst somit unser Verdauungssystem positiv.

Reife Aprikosen erkennen

Wenn du Aprikosen kaufen willst, solltest du darauf achten nur reife Früchte auszuwählen, denn unreife Exemplare schmecken sauer, trocken und sehr mehlig. Optisch erkennst du reife Aprikosen an ihrer kräftig orange-gelb gefärbten Haut. Aufschluss über die Reife gibt auch ein sanfter Druck mit dem Daumen – gibt das Fruchtfleisch leicht nach, ist die Aprikose perfekt zum Verzehr. Ein weiteres Indiz ist auch der Stein. Lässt er sich leicht von der Frucht lösen, so hast du mit grosser Wahrscheinlichkeit eine reife Frucht in deinen Händen.

Tipps & Tricks

Aprikosen schmecken am besten frisch und roh. Dazu solltest du sie zunächst vorsichtig waschen und abtrocknen. Gegenüber Pfirsich und Nektarine hat die Aprikose einen riesen Vorteil: Sie ist nicht ganz so saftig. Deshalb kannst du ohne weiteres direkt in die Frucht hineinbeissen, ohne eine riesen Sauerei zu veranstalten. Frische Aprikosen sind somit gute fruchtige Begleiter bei Wanderungen, Spaziergängen, Picknicken oder als Snack in der Schule, an der Uni oder im Büro.

Achte darauf, dass du reife Früchte möglichst schnell verzehrst. Im Kühlschrank bleiben sie nämlich nicht viel länger als zwei Tage frisch. Hat dich die Lust überkommen und hast du zu viele Früchte mit nach Hause gebracht? Kein Problem. Aprikosen lassen sich sehr gut auch einfrieren. Dafür die Früchte gut waschen und trocken tupfen. Anschliessend in Hälften schneiden, den Kern entfernen und gut verschlossen in einem Gefrierbeutel ins Gefrierfach legen.

Unser Rezept-Tipp

Aprikosen-Kokos-Kugeln

  • 200 g Aprikosen, getrocknet
  • 200 g Mandeln
  • 1 Limette
  • ½ TL Zimt
  • 30 g Kokosraspeln

Zubereitung: Die getrockneten Aprikosen und Mandeln im Küchenhäcksler kleinhacken. Zimt und Limettensaft beigeben bis eine klebrige Masse entsteht. Anschliessend mit feuchten Händen Kugeln à 1.5 cm formen und in Kokosraspeln wälzen.
(Quelle)

 

Referenzen:
Tabasum, F., Bashir, O., Gouisa, G., a Bhat, T. & Nusrat, J. (2018). Nutritional and health benefits of apricots. International Journal of Unani and Integrative Medicine. 2(2). 5-9.
Vogt, C. Aprikose – eine feien Allrounderin. Verfügbar unter: Aprikosen – Haltbarkeit, Kalorien und Nährwerte | Migros iMpuls (migros-impuls.ch)